Good things come to those who wait.

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Es war einmal …

Seit der Weltreise, naja fast Weltreise war klar, wir machen Cider. Als wir damit angefangen haben musst natürlich das Kind auch einen Namen bekommen. Heiß gehandelt wurde  z.B. „Treehouse Cider“ (gibt es mittlerweile) oder „Split Apple Cider“ (nach dem berühmten Wahrzeichen in NZ). Aber so richtig haben die Namen uns nie gefallen. Als die Testphasen unseres ersten Cider gut verliefen, baute sich immer mehr Druck in uns auf, endlich einen guten Namen zu finden. Der erste Fülltermin stand bevor –und jetzt? 

Erst einmal TV an und arte glotzen. Es kam ein Bericht über die Südsee, über riesige Krebse, die die Evolution hat so groß werden lassen, dass die Armen kein Schneckenhaus mehr finden, in die ihr Hinterteil passt. Nicht einmal eine halbe Kokosnuss ist groß genug. Diese Krebse heißen Palmendieb. Palmendieb gefällt mir. Hmm, wir machen Cider, echten Cider aus Äpfeln. Palmendieb. Apfeldieb? Bingo!

Erstmal checken ob die Domaine noch frei ist. Check, Domaine frei.

Google Suche starten, was ist ein Apfeldieb? Denkmal in Königsberg, uninteressant. Der mexikanische Apfeldieb, ein Märchen? Ganz lustig aber auch uninteressant. Instagram checken, #apfeldieb, was kommt? Tiere mit Äpfeln. Puh! Kein Produkt. 

Ab da wussten wir, wir haben unseren Namen gefunden:  Apfeldieb Cider 

Schon cool, das erste eigene Produkt, anderen schmeckt es sogar, der erste eigene Markenname… aber wer ist dieser Apfeldieb. Schnell war uns klar, wir brauchen viel mehr als das. Wir brauchen eine Geschichte um unseren Cider, um uns und unseren kleinen Apfeldieb. Ein Märchen:

“Es war einmal ein kleiner Apfeldieb, die schönste Elster weit und breit. Der kleine Apfeldieb half uns fleißig dabei, knackige Äpfel aus den Kronen der Bäume zu picken und zu köstlichem Cider zu verarbeiten. Alles lief prima und es schmeckte den Menschen, doch eines Nachts kam der Fuchs vorbei. …“

Und dann kippte das Märchen. Genau gesagt am 06.12.17. Im Briefkasten lag ein dickerer A4 formatiger Brief, mit sonderbarem grünen Aufkleber. Der Brief kam direkt aus Amsterdam. Schon ohne den Brief aufgemacht zu haben, sah er aus als würde er keine gute Nachricht beinhalten. Im Inneren fanden wir eine Unterlassung, unseren Namen weiter zu führen. Die Großbrauerei plant einen Cider auf den deutschen Markt zu bringen, der Apfelräuber heißen soll. Zu diesem Zeitpunkt waren wir fast ein Jahr auf dem Markt. Und das Jahr war bis dato echt gut. Bis zu diesem Augenblick. 

Apfeldieb und Apfelräuber. Und was soll das Problem sein? Es ist eine assoziative Verwechslungsgefahr 3. Grades, so unser Anwalt. Und wie sehen unsere Chancen aus? Eigentlich ganz gut, sollte das Verfahren vor Gericht landen, könnte in den nächsten 5 Jahren entschieden werden, dass wir den Fall gewinnen. Das kostet dann auch maximal 100.000€. Bitte?! Und wie sehen die Chancen in Prozent aus? 80/20 so unser Anwalt.

Und dann sitzt du da, Apfeldieb vs. Apfelräuber. Dieb vs. Räuber. Worin liegt eigentlich der Unterschied? Der Dieb nimmt sich unrechtmäßig etwas in Abwesenheit des Besitzers. Er stibitzt also etwas. Und wie sieht es beim Räuber aus? Er nimmt sich etwas unter Anwendung von Gewalt. Ok, das passt! Um die ganze Sache hier abzukürzen, es war eine echt harte Zeit für uns. Der Anwalt kostete mehrere Tausend Euro und am Ende stehst du da und hast keinen Namen mehr. Und das Ganze für ein Industrieprodukt auf Basis eines schlechten Tafelobstwein, mit Aroma, Zucker und einer Menge Wasser. Aber dein Team ist jung und agil, du kannst dich schnell drehen . Was macht die Elster also:

…”doch eines Nachts kam der Fuchs vorbei. Er hatte den weiten Weg aus den Niederlanden angetreten und trieb sich schon ein paar Tage in unserer Gegend herum. Der Fuchs hatte vom leckeren Cider Wind bekommen und war ganz grün vor Neid, denn er wollte auch so leckeren Apfelwein produzieren. Eines Abends – aus einer List – schnappte er zu und klaute einfach unsere Äpfel! – Dieser Apfelräuber! Unser kleiner Apfeldieb versuchte noch, den bösen Fuchs aufzuhalten, doch der Fuchs brach unserer schönen Elster einfach das Genick. Wer sollte nun die zwei verlassenen Eier im Nest ausbrüten? Also nahmen wir die zwei sensiblen Geschöpfe in unsere Obhut und kümmerten uns liebevoll um sie. Eines Tages war es dann endlich so weit: Mrs. und Mr. PICA  schlüpften und erblickten das Licht der Welt. Gemeinsam und mit viel Herzblut, Liebe und Leidenschaft produzieren wir seitdem nun noch besseren Cider. Unser kleiner Apfeldieb ist bestimmt stolz auf uns. Wir sind es jedenfalls und freuen uns auf eine tolle Zeit mit Dir und PICA PICA”

Side Information: die Elster heißt “pica pica”auf Latein.